Neuer Suchdienst Yaggs gestartet
Veröffentlicht am Dienstag, 9. Oktober 2007, von Alphane Moon
Yaggs, ein neuer Suchdienst aus Deutschland öffnet seine Pforten für alle Suchenden. Gestern gab Thomas Frütel, der Betreiber von Yaggs, die Site auf http://yaggs.de/ für alle Besucher öffentlich frei. Was gibt es dort zu finden? Überraschend wenig!
Yaggs ist keine Suchmaschine, sondern ein von Menschen erstelltes Verzeichnis von Suchergebnissen. Wie bei dem Vorbild Mahalo werden Ergebnisseiten zu populären Suchworten von Menschen geschrieben. Suchanfragen, zu denen es keine Yaggs-Ergebnisseite gibt, werden an die Suchmaschine Google weitergereicht.

Britney Spears, iPhone und Krawatten binden
In den einzelnen Kategorien werden populäre Themen von Angeln bis Zahnersatz bedient. Einige konkrete Fragen werden auch direkt an Ort und Stelle beantwortet, zum Beispiel wie man Krawatten bindet oder Sushi macht. Spezielle Informationen sucht man aber weiterhin besser mit den bekannten Internet-Suchmaschinen.
Das Verzeichnis ist nicht als „Google-Killer“ konzipiert, wie man im Yaggs-Blog nachlesen kann. Das erklärte Ziel besteht darin, dass Yaggs zu einigen Tausend beliebter Suchanfragen Seiten liefern kann. Bis dahin ist es jedoch noch ein sehr weiter Weg und man fragt sich, ob dieser Suchdienst wirklich schon für einen öffentlichen Launch reif ist.
Das amerikanische Original Mahalo, das vor vier Monaten gestartet wurde und schon einiges an Kritik auszustehen hatte, hat inzwischen einige Tausend Ergebnisseiten zu bieten, angepeilt sind 10.000 bis Ende des Jahres.
„Better get typing guys“
Die geringe Anzahl bisher bestehender Ergebnisseiten führte auch sofort zu Kritik. Im Augenblick ist ein Indexchen von ca. 35 Seiten verfügbar. Wie Frütel schreibt, beherrscht Yaggs auch Synonyme und Wortverwandschaften. Damit können insgesamt nur etwa 100 Anfragen bedient werden. Auf Techcrunch gibt Mike Butcher dem noch ganz kleinen Bruder von Mahalo den guten Ratschlag mit auf den Weg: „Better get typing guys“.
Ein Suchdienst zum Mitmachen?
Bisher werden die Seiten von Yaggs von einem kleinen Redaktionsteam geschrieben und gepflegt. Es ist aber geplant, dass das Interface zum Erstellen von Einträgen für die Allgemeinheit geöffnet wird. Ein Verzeichnis zum Mitmachen. Details, wie das aussehen wird, sind noch nicht bekannt.
Wie wird das funktionieren? Darf dann jeder alles editieren oder wird es ein hierarchisches System von Editoren geben, wie es zum Beispiel im Open Directory Project der Fall ist? Zu große Offenheit hat sich für Webprojekte nicht immer als Segen entpuppt, wie man an der Wikipedia sehen kann, und würde auch hier schnell zu massiven Spam-Problemen führen.
Und wie sieht es mit der Bereitschaft der Nutzer aus, durch kostenlose Mitarbeit überhaupt Verbesserungen und Erweiterungen des Verzeichnisses beizusteuern? Fragen über Fragen …
Fazit
Die Redakteure von Yaggs müssen noch fleißig in die Tasten greifen, damit die Besucherströme den Server so richtig zum Glühen bringen.
Ressourcen
- Yaggs Suchdienst
- Yaggs Blog
- Human Powered Search mit Yaggs.de von Thomas Frütel, 8. Oktober 2007
- Suchmaschine setzt auf Gehirnschmalz statt Algorithmus Heise, 8. Oktober 2007
- Yaggs - Neuer Webkatalog für Deutschland Golem, 8. Oktober 2007