Ausflug durch den Regen zur Triefen

Veröffentlicht am Freitag, 19. September 2008, von infinity auf Alphane Moon

Am Montag habe ich einen kleinen Ausflug in der Nähe von Maria Alm am Steinernen Meer gemacht. Von Hinterthal aus bin ich durch Regen und Nebel zu einem Naturdenkmal, der Triefen oder dem Triefentropf, gewandert. Die Triefen ist ein etwa 100 m breiter wasserfallartiger Tropfvorhang, der in etwa 1100 m Höhe über dem Meeresspiegel in den Urslaubach herabtropft.

Auf ca. 1100 Meter Höhe, die Schneegrenze liegt an diesem Tag nur wenige Meter höher.

Die Schneegrenze lag an diesem Tag nur 20 bis 30 Meter höher. Bei Regen und einer Temperatur von ungemütlichen 3° Celsius habe ich mich gefreut, dass ich warm genug angezogen war. Die Bäume waren von einem Gespinst aus Wolken eingehüllt, von den Bergen in der Umgebung war überhaupt nichts zu sehen, alles im Nebel versteckt.

Bäume im Dunst, das Wetter ist nicht besonders gut.

Schlechte Sicht, die Wolken hängen in den Bäumen.

Diese Schneise hat es herabgeschneit, die Schneegrenze ist nur etwa 20 bis 30 Meter höher.

An manchen Stellen sieht es schon ein wenig winterlich aus, da kann ich plötzlich verstehen, warum jetzt schon Christstollen und Spekulatius im Supermarkt in den Regalen stehen.

Der versteckte Hochkönig

Eigentlich wäre hier ein monumentaler Berg zu sehen: der Hochkönig (2.941 m). Die Wolken verdecken aber an diesem Tag vollständig die Sicht, es sieht aber auch so sehr schön aus.

Tiefhängende Wolken verdecken die Sicht auf den Hochköng (2941 m).

Von Wolken verhangen ist vom Hochkönig nichts zu sehen.

Am Triefentropf

Nach ungefähr einer Stunde bin ich am Ziel angekommen: Die Triefen ist ein etwa 100 m breiter wasserfallartiger Tropfvorhang, der in etwa 1100 m Höhe in die Urslau herabtropft.

Die Triefen ist ist ein etwa 100 m breiter wasserfallartiger Tropfvorhang, der in den Urslaubach herabtropft. Hier wurden viele Moos- und Pflanzenarten nachgewiesen.

Mit der Formation hat es folgende geologische Bewandtnis: An einer wasserundurchlässigen Gesteinsschicht 2-3 Meter über der Urslau gelangt Quellwasser an die Oberfläche und ergießt sich in den Gebirgsbach. Der dabei entstehende Tropfvorhang ist unabhängig von der Witterung immer vorhanden. Als ich dort war hat es natürlich besonders getropft, weil es so geregnet hat.

Weil ständig Wasser vorhanden ist, haben sich hier viele wasserliebende Pflanzenarten angesiedelt. Bisher wurden 39 Laubmoosarten, 16 Lebermoosarten und 96 Farn- und Gefäßpflanzenarten an der Triefen nachgewiesen.

Wegen ihrer geologischen und biologischen Einzigartigkeit ist die Triefen seit 2001 als Naturdenkmal geschützt, davon gibt es derzeit im Bundesland Salzburg 234 Stück. Beim Landespresseamt des Landes Salzburg gibt es Informationen zum Naturdenkmal 00247.

Die Triefen bei Maria Alm am Steinernen Meer, seit 2001 als Naturdenkmal geschützt.

Der Wanderweg wäre von der Triefen noch weiter hinauf zur Torscharte gegangen, aber es hat dann so geregnet, dass ich umgekehrt bin. Außerdem standen im Nebel so viele Kühe mit ihren Jungtieren auf dem Weg, da wollte ich das Schicksal nicht herausfordern :)

Das war mein zweiter Besuch der Triefen, im letzten Winter bin ich schon einmal in Hinterthal gewesen. Und ich möchte gerne nochmal dorthin, vielleicht bei etwas netterem Wetter und mit bryologischem Hintergrundwissen, Moose finde ich super.

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