Frillensee und Steineralm

Veröffentlicht am Samstag, 29. August 2009, von infinity auf Alphane Moon

Am 2. August habe ich einen Ausflug zur Steineralm gemacht. Das eigentliche Ziel des Tages war die Stoisseralm, aber der Weg dorthin war wegen Holzfällarbeiten gesperrt. Auf dem Sperrschild war ein beeindruckender Totenschädel zu sehen, da habe ich mich als Bergwander-Newbie nicht vorbeigetraut und bin lieber einen anderen Weg gegangen.

Der Beginn des Wanderweges am frühen Morgen.

Während der Wanderung habe ich ein paar Fotos von der Vegetation am Wegesrand gemacht.

Nicht näher bestimmte Vegetation, gelb, blumig.

Als ich ein paar Tage später auf die Stoisseralm gewandert bin, habe ich genau auf diesen gelben Blumen viele Schmetterlinge gesehen, Kaisermantel Argynnis paphia. An diesem Tag aber war es wohl noch zu früh und die Schmetterlinge lagen noch schnarchend im Bett.

Eine weiß blühende Pflanze am Wegesrand.

Besonders schön an dem Weg zur Steineralm ist, daß man hauptsächlich im Wald und unter Bäumen wandert und nicht durch die pralle Sonne laufen muß.

Vegetation am Wegesrand.

Am Wegesrand gab es viele Farne und Schachtelhalme. Die Schachtelhalme sind Gefäßsporenpflanzen (Pteridophyta) und vermehren sich, wie die Farne, über Sporen.

Farn am Wegesrand.

Kleine Tür: ein Eingang zur Unterwelt?

Auf dem Weg kam ich an einer ganz kleinen Tür vorbei. Ich habe keine Idee, was das ist. Es könnte der Einstieg in die subarboreale Welt der Wurzelwesen sein, in der Tiefe angefüllt mit sagenhaften Schätzen und unterirdischen Geheimnissen.

Am Frillensee

Der Frillensee befindet sich in 922 Metern Höhe am Hang des Zwiesel. Er ist der kälteste See in Mitteleuropa. Am Nordufer des Sees gibt es ein Hochmoor mit einer vielfältigen Flora. Der See und seine Umgebung stehen unter Landschaftsschutz.

Der Frillensee am Hang des Zwiesel.

Der Frillensee ist oft schon im November so zugefroren, daß man darauf herumlaufen kann. Witzigerweise friert der See von der Mitte her zu und nicht vom Rand, wie andere Seen das normalerweise tun. Eine Info-Tafel am Ufer informiert einen ausführlich über die historische Rolle, die der Frillensee für den Eis- und Wintesport in den 50er Jahren gespielt hat.

Blick auf den Frillensee.

Am Frillensee befindet sich auch eine Holzhütte, die eine Art Waldmuseum darstellt. Die Exponate in der Vitrine sind Nebenprodukte der menschlichen Ausflugsexistenz, die aus Versehen im Wald vergessen wurden: leergefressene Chipstüte und Flasche leer :-(

Der Frillensee von der Unterstellhütte aus gesehen.

Am Frillesee gibt es auch einen Walderlebnispfad. Dort kann man auf Holzstücken trommeln und sich auf Holzschildern erbauliche Zitate von Hildegard von Bingen reinziehen.

Ein Blick in den Wald.

Nach dem Frillensee geht der Weg weiter durch den Wald. Zum Teil ist es mäßig steil und es geht über Stock und Stein. Und es gab ein paar Mücken, die mögen mich gerne.

Staufen, Chiemgauer Alpen.

Wenn man dann aus dem Wald herauskommt, kann man eine schöne Aussicht genießen.

Steineralm

Die Steineralm befindet sich auf etwa 1.100 Metern Höhe. Dort oben ist es wirklich sehr schön. Vor der Alm standen die Kühe auf der Wiese, ein Kälbchen war auch dabei.

Steineralm.

Unter dem großen Baum kann man sich von den Anstrengungen der Wanderung erholen.

Steineralm.

Von der Alm aus kann man den Hochstaufen, den Mittelstaufen und den Zwiesel sehen.

Gipfel-Panorama: Hochstaufen, Mittelstaufen und Zwiesel (von links nach rechts).

Das war mein erster Versuch, die drei Gipfel in einem netten Panorama zusammenzufügen. Eine etwas größere Version des Panoramas gibt es auch:
Hochstaufen, Mittelstaufen und Zwiesel (1058×194 Pixel, 54,82 kB).

Der Hochstaufen gehört zu den Chiemgauer Alpen.

Auf dem Bild oben sieht man den Hochstaufen (1.771 m) und auf dem unteren Bild den Mittelstaufen (1.657 m).

Der Mittelstaufen gehört zu den Chiemgauer Alpen.

Und hier ist noch ein Bild vom Zwiesel (1.782 m):

Der Zwiesel gehört zu den Chiemgauer Alpen.

Hier ist noch ein großes Bild vom Hochstaufen, von der Steineralm aus gesehen:

Der Hochstaufen von der Steineralm aus gesehen.

Unterwegs kam eine Gruppe Ziegen vorbei, so richtig mit Gebimmel und Mäh. Wenn ich Ziegen sehe, freue ich mich immer - ich bin selbst fast eine.

Eine Ziege mit Glöckchen.

Danach geht es auf dem sonnigen Trampelpfad weiter nach Adlgaß.

Der Trampelpfad nach Adlgaß.

Auf dem Rückweg nach Adlgaß kann man den Zwiesel sehen. Der Zwiesel hat eine Höhe von 1.782 Metern und ist der höchste Gipfel des Gebirgsstocks Staufen.

Der Zwiesel ist der höchste Gipfel des Gebirgsstocks Staufen, gesehen auf dem Rückweg nach Adlgaß.

Noch ein paar Links

Kommentare

Visit Irrlichterl.

#1 Irrlichterl hat geschrieben:

Am 30. August 2009 um 10:27

Oh, so schöne Photos. Schade, dass ich bei der Wanderung nicht mit dabei war. Denn ich wandere unglaublich gerne. Wenn man dann noch von Hochmooren, Ziegen und (wegen der Höhenmeter) völlig zeckenlosen Wiesen und Wäldern liest und von soviel Natur, dann wird man komplett neidisch. ;) Das nächste Mal nimmst du mich einfach mit.

Die grüne Fee.

#2 infinity hat geschrieben:

Am 30. August 2009 um 17:43

Hallo Irrlichterl, schön dich hier zu sehen :D

Das war schon ein besonders schöner Ausflug, die Ziegen waren super! In das Hochmoor habe ich mich nicht begeben, ich weiß aber, daß es da ist. Im letzten Moor, das ich besucht habe, gab es sehr viele Mücken. Die waren völlig aus dem Häuschen, als ich da vorbeikam - und hungrig.

Ich habe mich sehr über deinen Kommentar gefreut :-)

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